Der schöne Schein…


In Deutschland leben circa 15.000 Schauspieler. Ich war bislang immer davon ausgegangen, das dass ein Traumberuf sei, bei dem man sich das eine oder andere Mal vor der Kamera räkelt und dann kommt das Geld automatisch in´s Haus; Berühmtheit inklusive. Die Realität, so durfte ich erfahren, sieht etwas anders aus, denn nicht alle Schauspieler erlangen eine mediale Aufmerksamkeit. Und doch vermuten wir als Zuschauer von Film, Fernsehen und Theater, dass dieser erwartete Ruhm, diese vermutete Bekanntheit, die Schauspieler auch finanziell gut dastehen lässt. Doch leider klafft die Lücke zwischen schönen, erfolgreichen Schein und wirtschaftlich, finanziellem Sein fast nirgends weiter auseinander, als beim Beruf des Schauspielers. Den Glamour, den wir zum Beispiel  bei Berlinale und Co, auf dem roten Teppich zu sehen bekommen, täuscht in der Regel über das wirkliche Einkommen und die materielle Sicherheit der Stars hinweg.  Zwar verdienen ungefähr 4 % der Film- und Fernsehprominenz, über 100.000 Euro, doch zwei Drittel der Schauspieler verdient weniger als 30.000 Euro im Jahr.  Für die meisten Akteure zieht sich der Weg zwischen Jobcenter und Castings hin und her. Viele leben am Existenzminimum und dürfen sich das möglichst gar nicht anmerken lassen (für „Bedürftige gibt´s erst recht keinen Job). Für einen Schauspieler gibt es, in der Regel keinen festen Arbeitsvertrag und daher keine finanzielle soziale Absicherung. Wer ein Engagement an einem Theater bekommt oder eine feste Rolle in einer Fernsehserie (auch wenn das in den Kreisen verpönt ist), hat eine regelmäßiges überschaubares Einkommen und damit verhältnismäßige finanzielle Sicherheit. Vor allem sind Schauspieler/innen im Alter betroffen, wenn die Film- oder Theaterrollen noch weniger werden. Denn die Rente sieht bei einer derart unregelmäßigen Beschäftigung, entsprechend mager aus. All das war nicht in meinem Bewusstsein und als ich kürzlich in einem Zeitungsinterview davon erfuhr, platzte einer meiner Träume von einer wunderbaren glamourösen Welt der Stars. Ich finde es daher mutig, dass eine Schauspielerin wie Eleonore Weisgerber vor das Berliner Sozialgericht zieht und für eine gerechtere Vergütung für Schauspieler klagt. Denn  bezahlt werden sollen nicht nur die reinen Drehtage oder Auftritte der Künstler, sondern auch die Vorbereitung, das lernen der Rolle, die Bühnenproben usw. Dafür wünsche ich viel Erfolg und dann auch eine gerechtere Bezahlung, damit die Künstler von ihrer Arbeit leben können und wir als Zuschauer weiterhin in den Genuss dieser Werke kommen…!!

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